Affiliate TactixX: Search Roundtable

Über die neuesten Entwicklungen der Suche im Internet führten Marcus Tober (Searchmetrics GmbH), Uwe Tippmann (ABAKUS Internet Marketing GmbH), Marc Hoeft (SEM FM, radio4seo.de) und Jonas Weber (webhelps! Online Marketing GmbH) eine kontroverse Podiumsdiskussion – Moderator war Stefan Fischerländer (suchmaschinentricks.de). Zunächst wurden kürzliche Änderungen am Google-Ranking-Algorithmus für Nordamerika diskutiert. Diese hatten das Ziel, weitere „Made for Adsense“-Seiten aus den nativen Suchergebnissen herauszufiltern, was wie zu erwarten nicht ohne Kollateralschäden vonstatten ging.

Immer stärker setzt Google Technologien ein, die nicht nur den Website-Content crawlen, sondern darüber hinaus auch das CSS einlesen und die komplette Seite rendern. Auf diese Weise kann Google noch besser bestimmen, wo und wie welche Informationen auf der Seite dargestellt werden und kann so zumindest einmal feststellen, welche Bereiche „over the fold“ und welche „below the fold“ sind. Ziemlich sicher wird ihr Algorithmus darüber hinaus auch noch einige andere Kriterien bewerten können, die Rückschlüsse darauf erlauben, wie der Nutzer die gecrawlte Seite erleben wird.

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass Google mehr in Richtung Markenschutz unternehmen wird und dass Publisher daher verstärkt versuchen sollen, ihre Projekte als Marken zu positionieren und zu etablieren. Weit weniger Einvernehmen bestand bei der Frage, wie sich Social Media auf die Suche auswirken wird. Marcus Tober vertrat die Auffassung, von Facebook und Google+ könne jede Website profitieren, Uwe Tippmann war hier vorsichtiger, seiner Meinung nach hängt das vom Thema der Seite ab. Beispielsweise sollten bei medizinischen Themen Shares und Likes weniger Einfluss auf die SERPs haben.

Marcus Tober ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte voraus, dass Facebook eine Suche anbieten wird und sich somit die beiden Giganten aufeinander zubewegen werden – gewissermaßen „Google goes social & Facebook starts searching“. Uwe Tippmann hielt dagegen, dass Such-Algorithmen unbedingt international funktionieren müssen – und da soziale Verlinkungen extrem subjektiv und derzeit noch international sehr inhomogen sind, fehlt Facebook der notwendige neutrale Part, den bei Google der native Suchindex darstellt. So unterschiedlich die Meinungen zur Bedeutung von Social Media für die Suche auch waren, so einhellig waren sie bei der Bedeutung von individuellen Suchergebnissen: Diese werden immer stärker an Bedeutung gewinnen.

Google hat kürzlich postrank.com gekauft, ein bis dato unabhängiger Dienstleister, der „social engagement data“ sammelt und auswertet. „Engagement“ ist hierbei jede Art von Interaktion: Dabei reicht die Spanne von „Interaktion“ von einer Page Impression bis hin zu einer Empfehlung per eMail. Dabei hat natürlich eine PI einen sehr geringen, die eMail einen sehr hohen Stellenwert – Likes, Shares, Tweets und Post-Kommentare liegen irgendwo dazwischen. Damit hat sich Google Kompetenzen ins Haus geholt, um die soziale Akzeptanz einer Webseite noch besser beobachten und beurteilen zu können.

Zum Schluss noch zwei Take-Aways für Publisher:

–          Hat man eine Seite unter die Top 10 Suchergebnisse zu einem Thema gebracht, muss man versuchen aufzufallen. Das kann man auf verschiedene Wege erreichen: So kann man – wenn diese beim betreffenden Themengebiet noch nicht verbreitet sind, rich snippets verwenden. Oder man setzt auf die „weiße Lücke“ und verzichtet gerade auf die rich snippets, wenn alle seine Marktbegleiter sie einsetzen. Oder man wählt einen besonders kurzen Page Title – wichtig ist, dass die Seite unter den anderen Seiten auffällt.
–          Beschäftigt man sich intensiv als Publisher mit einem bestimmten Thema, dann muss man Google und Facebook die Möglichkeit geben, einen als „Authority“ zu diesem Thema zu erkennen. Bewegt man sich (messbar) in den maßgeblichen Kreisen für ein bestimmtes Thema, dann wird Google dem Content, den man zu diesem Thema generiert, mehr Bedeutung beimessen.

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