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M-Commerce: Chancen für Publisher

Eine kurze Einordnung vorweg: Dieser Post ist nicht dafür gedacht auf Ihm eine komplette mobile Strategie aufzubauen, sondern dafür Publishern eine möglichst konkrete und praxisnahe Einführung in das Thema zu geben (insbesondere Topic Websites/Wordpress Blogs, etc.). Dies sollte alle anderen nicht vom Lesen abhalten, sondern nur die Erwartungshaltung richtig einschätzen!

Wenn Sie regelmäßig auf der A4U sind und sich im Performance Marketing auf dem Laufenden halten, haben Sie sicher schon den A4U Mobile Commerce Report gesehen, den sich alle registrierten Nutzern gratis downloaden können. Der Report wartet mit einigen überzeugenden Statistiken auf, die die These unterstützen, dass M-Commerce keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern eine große Chance für Advertiser, Publisher und Performance Netzwerke gleichermaßen.

Was sind nun die nächsten Schritte?

Das  hängt zunächst davon ab zu welcher dieser drei Gruppen man gehört und wie das eigene Business aufgestellt ist…

Als entscheidenden Faktor hebt der Bericht hervor, dass viele Advertiser ihre Websites nicht für den Mobile Kanal optimiert haben und die es getan haben, haben nicht daran gedacht, Affiliate Netzwerke einzubinden.

Bei affilinet befassen wir uns schon länger mit diesem Problem. So hat beispielsweise einer unserer Cashback Partner am Vortag der Einführung seiner mobile App ein Tracking-Audit gewünscht. Wir haben deshalb Maßnahmen eingeführt, die unseren Publishern helfen, solche Advertisern, die mobile Transaktionen tracken und solche, die das nicht tun, zu unterscheiden.

Unabhängig von der aktuellen Advertiser-Situation, empfehlen wir unseren Publishern, das Thema Mobile proaktiv anzugehen. Wie umfassend so eine Auseinandersetzung sein sollte variiert je nach Publisher Business Modell. Hierzu hat Paul Brown aus meinem Strategie-Team eine knackige How-To Anleitung geschrieben, die Publishern über die ersten Hürden in Richtung Mobile hinweghilft, Paul’s Artikel ist auch die Basis für diesen Post.

Wir möchten einige konkrete Ideen für Publisher vorstellen, die Paul während seines Besuchs auf dem GSMA’s Mobile World Congress in Barcelona, der weltweit größten Veranstaltung für mobile Zukunftsthemen in Barcelona, für Sie gesammelt hat.

Weitere Infos zum  Besuch auf dem Kongress, unter anderem die täglichen Zusammenfassungen zu den wichtigsten Trends, Ideen, Firmen und Gadgets von Paul gibt es hier:

  • Tag 1 – Embedded Mobile, mRetail
  • Tag 2 – Mobile & Media
  • Tag 3 – HTML5
  • Tag 4 – Google Wallet

Kleine Schritte zum Erfolg im wachsenden Mobile Öko System

Die folgenden einfachen Beispiele basieren auf der Annahme, dass die große Mehrheit (rein nach Zahlen) der Publisher, Affiliate Marketing eher als Hobby sehen und daher einfache Content Websites in Nischenbereichen betreiben.

In den letzten Jahren hat sich der Long-Tail auf Betreiber von Twitter-Profilen, Facebook-Seiten, tumblr-blogs, pinterest-pages, usw. ausgeweitet. Diese Publishergruppen bleiben jedoch außen vor, denn die  sozialen Plattformen selbst und nicht der Affiliate steuert die Mobilität.

1. Profitieren Sie von Publishing Frameworks mit Mobile Support

Ein großer Teil der neuen Themen-Websites, die sich monatlich im affilinet Netzwerk registrieren, sind  WordPress-Formate. Grund dafür ist, dass WordPress Open Source und extrem leicht in die vielen günstigen Web Hosting Angebote zu implementieren ist. Die Installation kann auch vom Fantastico Script Installer durchgeführt werden,  d.h. das Einrichten einer neuen Website läuft ähnlich ab wie eine Programminstallierung auf dem PC.
Zum Thema mobile – warum sind Frameworks wie WordPress so ideal für das kleine Display(3‘ – 5‘ Inches)? Die einfache Antwort darauf ist, dass die Theme- und Plugin-Developer Communities so groß und vielfältig sind, dass bereits zahlreiche Ansätze entwickelt wurden, Content auf kleinen Screens darzustellen.  Es lassen sich 2 generische Ansätze unterscheiden:

Ansatz 1: Installiere ein “User agent detector plugin” das erkennt, welche Art von Gerät Deine Website besucht (basierend auf den http-Daten, die der Browser übermittelt) und gezielt ein spezifisches Theme für den User auswählt.

Ansatz 2: Installiere ein “Responsive theme” dass die Größen der Content-Bereiche auf der Website den Dimensionen des User Screens anpasst, immer mit dem gleichen Theme.

Beim Ansatz 1 kann es oft passieren, dass auf iPads die mobile Version der Website angezeigt wird, was weder dem Nutzungsverhalten angepasst ist, noch professionell aussieht. Hier sollte man ggfs. die „Active User Agent“-Liste so anpassen, dass diese Geräte ausgenommen werden. Aber auch Ansatz 2 bringt ein paar Schwierigkeiten mit sich, da sich hier das Menü oder die Reihenfolge des Contents nicht einfach für Mobile User anpassen lässt. Das ist zunächst kein Problem, aber man sollte sich darüber bewusst sein.

Vorteil beider Ansätze ist, dass man sich keine großen Sorgen um Duplicate Content auf verschiedenen Domains hinweg machen oder gar Content separat auf einer m.yoursite.com domain hosten muss.

2.Testen, lernen, optimieren

Der Mobile World Congress hat klar gezeigt, dass sogar die größten Unternehmen nur sehr ungenaue Vorstellungen davon haben, wie sie die von der GSMA entwickelte „2020 Vision – Connected Life of 50 billion devices“ zu ihrem Vorteil nutzen können. Zu diesem Punkt lieferte Nielsen einen interessanten Beitrag über das Kaufverhalten  aus neurowissenschaftlicher Perspektive. Die Kernaussage war, dass obwohl das Handy das persönlichste aller Kommunikationsgeräte ist, ist es auch am schwierigsten für Publisher und Marken über diese Medium eine emotionale Verbindung aufzubauen, was ein  (mal mehr mal weniger) entscheidendes Kriterium für die Kaufentscheidung ist. Der Grund dafür liegt in der Besonderheit der individuellen Beziehung zum mobilen Gerät, zu aggressive personenbezogene Werbung wird als direkter Angriff auf die Privatsphäre empfunden.

Es ist zentral für den Erfolg einer mobilen Präsenz, kontinuierlich zu testen, zu lernen und zu optimieren, um zu verstehen, wie die Mobile User auf den optimierten Inhalt reagieren.

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Bei jeder Art von Seite sollten die Analytics immer soweit wie möglich in die Deskop Version integriert sein. In den meisten Fällen heißt das Google Analytics ebenso intensiv zu nutzen wie für klassiche Desktop Seiten. Hier hat Google deutlich an Intelligenz zugelegt und erst kürzlich gab es hier zahlreiche Updates für das Reporting von Mobile Traffic Google Analytics.

3. Den mobilen Desktop nutzen

Nun hat man also eine mobile Version seiner Website gelaunched, und der traffic entwickelt sich hoffentlich wie erwartet (es wird in diesem Post nicht auf das Thema SEO Optimierung für mobile Websites eingegangen, das Thema folgt in einem späteren Post). Worüber man nun nachdenken sollte, ist, wie man die User an sich bindet und dafür sorgt, dass sie über Eure Links wieder zum Advertiser zurückkommen.

Ein neuer Kunde ist in der Regel teurer als die bereits vorhandenen. Deswegen platzieren viele Publisher seit Jahren prominent Bookmarking Buttons auf ihren Sites. Im mobile Umfeld ist das umso wichtiger, denn Suchvorgänge sind kürzer und Ergebnislisten knapper.  Nur weil wir hier nicht über Apps reden sondern über mobile Websites, bedeutet das nicht, dass man damit nicht direkt auf den mobilen Homescreen des Nutzers kommt (hier ein Tutorial, das dieses Thema für iOS näher behandelt).

Dieser Beitrag ist, wie eingangs bereits erwähnt, keinesfalls dafür gedacht, darauf eine mobile Strategie aufzubauen. Es geht darum, Publishern eine kurze und praktische Einführung ins Thema zu geben und Anregungen für die ersten Schritte in die mobile Welt zu geben.

Veröffentlichungen von Statistiken wie im A4U Mobile Commerce-Report sind sehr wichtig und wir brauchen viel mehr davon.  Für unsere Branche ist es aber vor allem entscheidend, zusammen zu arbeiten und gemeinsam Ideen zu entwickeln, die den Wandel konkret vorantreiben. Wir alle bei affilinet freuen uns, diesen Wandel mit zu gestalten und weitere Insights rund um das Thema Mobile zu teilen.

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One comment

  1. Nun sicher ist, dass der Konsument in der nahen Zukunft vermehrt auf die mobilen Kommunikationsgeräte beim Shoppen zurückgreifen wird. Etwas unverständlich ist allerdings,dass die großen Unternehmen solche klaren Verhaltensweisen der Konsumenten nicht erkennen. Imgrunde müsste jeder Manager mal einen Blick in seine Familie werfen. Das kann er wahrscheinlich aber nicht, da er 20 Stunden am Tag arbeiten muss. Wie schon die Großeltern zu sagen pflegten (im übertragenen Sinne jetzt): dem Volk aufs Maul geschaut und man weiß was Sache ist. Tendenzen gehen doch so weit, dass potenzielle Konsumenten ausgiebig Window Shopping betreiben und dann via Handy und App die entdeckten Produkte billiger im World Wide Web kaufen.

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